Wolfsburg ist eine ganz besondere Stadt! Nicht nur können sich manche noch an ihre Gründung vor 75 Jahren erinnern – es gibt nur relativ wenige Städte in Europa, die diesen Vorzug genießen – Wolfsburg kann im städtebaulichen Diskurs und in der Stadtforschung auch immer dann als Fallbeispiel herangezogen werden wenn es gilt, dem scheinbar übermächtigen Bild der kompakten Europäischen Stadt ein vitales modernes urbanes Gegenbild gegenüber zu stellen! Wenn in anderen Städten Deutschlands die Wiederauferstehung längst verloren gegangener „historischer Mitten“ mit Schlössern und Stadtpalais betrieben wird, ist es nicht nur der späten Gründung Wolfsburgs zu verdanken, dass die Stadt davor gefeit ist. Wolfsburg schaut immer nur in eine Richtung: in die Zukunft. Und damit zeigt sie ganz nebenbei: Lebenswerte Stadt geht auch ohne mittelalterlichen Stadtkern!
Zudem ist Wolfsburg, neben Weimar, vielleicht die „Deutscheste Stadt Deutschlands“? Wenn man viel im Ausland unterwegs ist, lernt man, was Menschen an Deutschland und seiner Kultur oft am meisten fasziniert: es ist die Krautigkeit Berlins, Musik, Philosophie und Wortkunst, und nicht zuletzt German Engineering. Letzteres ist – ganz unzweifelhaft – mit Wolfsburg und „dem Werk“ verbunden. Aber dass Wolfsburg gerade nicht das Detroit Deutschlands ist – eine sterbende Stadt – dazu trägt nicht nur der scheinbar übermächtige Konzern bei, sondern zu gleichen Teilen die kluge und vorrausschauende Planung der Stadt und ihrer Vertreterinnen und Vertreter. Wolfsburg ist eine unglaublich dynamische Stadt. Folgendes ist zu vermuten: Wenn man in Wolfsburg lebt, geht es einem alles in allem gut. Höchstwahrscheinlich hat man Arbeit, die zudem auch ganz anständig bezahlt ist. Vielleicht ist man sogar stolz auf das, was man tagtäglich schafft. Man lebt in einer reizvoll mit Hügeln, Seen und Wäldern ausgestatteten Landschaft, nicht zu weit entfernt von anderen Großstädten. Die Stadt brilliert mit einem kulturellen Angebot, dass auch Menschen von außerhalb anzieht. Die Atmosphäre ist international: Es leben Menschen aus aller Herren Länder hier. Es gibt gute Schulen, viele Vereine, wunderbare öffentliche Bauten renommierter Architekten…
Trotzdem stößt man in der Stadt häufig auf ein Unbehagen. Die Stadt scheint der eigenen Prosperität nicht ganz zu trauen. Und selbst die Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft? bezweifeln immer wieder, dass die Stadt überhaupt urban ist – dass Wolfsburg eine Stadt ist. Wir haben uns von diesem Virus aber nicht anstecken lassen, und dem Geiste der Stadt gemäß in die Zukunft geschaut.
In diesem spannenden Kontext bewegen sich die 12 Arbeiten unserer Studierenden. Sie lassen sich in vier Gruppen ordnen:

  1. Gegenliebe: Diese Arbeiten thematisieren die enge Verknüpfung von Stadt und Werk.
  1. Eigeninitiative: Diese Arbeit setzte die Möglichkeit zur Teilhabe an der Produktion von Stadt ins Zentrum.
  1. Exodus: Diese Arbeit ist ein Szenario für Wolfsburg ohne VW.
  1. Perlen: Diese Arbeiten haben faszinierende Orte Wolfsburgs entdeckt und machen Vorschläge zu deren Entwicklung. Wir waren fasziniert von der Unterschiedlichkeit der Ansätze. Alle Arbeiten haben einzigartige Qualitäten von Wolfsburg aufgedeckt. Und allein die Tatsache, dass 12 zwölf ganz unterschiedliche Ansätze für ein Wolfsburg der Zukunft entstanden sind, lässt uns mit Interesse die nächsten 75 Jahre der Stadt erwarten.

Link zur Dokumentation

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WOB Thinking the Un-Thought 03

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