Die Fangarme der Stadt reichen tief ins Land hinein. Ländliche Räume entfernen sich immer weiter von ihrer reinen Agrarfunktion und behaupten ihren Platz in der globalisierten Welt. Und die Verstädterung des Landes wird umgekehrt in der Verländlichung der Stadt gespiegelt.
Wenn sich aber heute die Unterschiede zwischen Stadt und Land auflösen, bleibt die Frage, was das besondere am Landleben ist? In Literatur, Kunst und im Film scheint die Dichotomie starker zu bestehen als in den realen Siedlungsstrukturen und im gelebten Leben. Klassisch wurden urbane Zentren einerseits als Hochburgen der Sünde, anderseits als Symbol der menschlichen Progression dargestellt. So kommen ständig wechselnde Mentalitätsänderungen und Machtverschiebungen zum Ausdruck.
Wir werden 7 Filme sehen um die Frage zu diskutieren, ob eine Neuinterpretation des ländlichen Raums nötig oder schon vorhanden ist. Während der Urbanismus fest verankert ist als Begriff und Disziplin, kann von einem Ruralismus im gleichwertigen Sinne die Rede sein? Lassen sich aus den imaginären Erscheinungen der Kleinstadt Impulse für Leitbilder – oder Ausschlusslehren – für die Gestaltung des zukünftigen ländlichen Raumes ziehen?

Programm
Mittwochs 17 Uhr im ISU Seminarraum
15.04.15   Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht   (Edgar Reitz, DE 2013)
29.04.15   Raus aus Amal   (Lukas Moodyson, SE 1998)
13.05.15   Down to the Countryside   (Sun Yunfan, Leah Thompson, CN/US 2014)   +   Energized   (Hubert Canaval, AT 2014)
20.05.15   Wolfsburg   (Petzold, DE 2003)
03.06.15   Oh, wie schön ist Panama   (Egenolf, Jeske, Urchs, DE 1985)   +   Mein Nachbar Totoro   (Hayao Miyazaki, JP 1988)
17.06.15   Viel Gutes erwartet uns   (Phie Ambo, DK 2014)
01.07.15   Interstellar   (Christopher Nolan, US 2014)
15.07.15   Abgabe   Essay/Collage/Modell

Betreuung
Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow
Marie Bruun Yde