Neunzig Kilometer Wasser: heute ein nahezu monofunktionaler Güterverkehrsträger – morgen Rückgrat der Entwicklung einer europäischen Metropolregion?

Photo: David Meenagh / CC BY 2.0

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90 Kilometer – 1 Million Menschen. Der Mittellandkanal MLK verbindet auf seinem zentralen Teilstück die urbanen Zentren Süd-Ost Niedersachsens – Wolfsburg, Braunschweig, Hannover und integriert diese in ein trans-europäisches Netzwerk aus Wasser- und Verkehrswegen.

Neunzig Kilometer Wasser: heute ein nahezu monofunktionaler Güterverkehrsträger – morgen Rückgrat der Entwicklung einer europäischen Metropolregion? Der MLK ist sichtbares Zeichen für die industrielle Produktivität, mit der die Identität dieses Landstrichs allzu oft verknüpft wird. Aber welche Potentiale bietet der MLK darüberhinaus als öffentlicher Raum, als multifunktionaler und multimodaler Korridor, als Erholungs- und Erlebnisraum, als identitätsstiftendes Element einer Region im Wandel, als Träger der Vision lebenswerter Orte für Alle?

Der ländliche Raum der Region ist durch immer stärkeren Wegzug geprägt, während die urbanen Zentren entlang des Kanals wachsen. 300.000 Menschen pendeln heute in die Städte und täglich wächst die Siedlungsfläche in der Region um 3-5 ha.

Zwischen Bandstadt und Nodal City: was, wenn wir den MLK aus seiner Eindimensionalität als Infrastrukturelement, das autistisch die Landschaft durchschneidet, befreiten? Kann der MLK, wie die lineare Bandstadt von Marta bis zur russischen Avantgarde, neue Mitte sein für Lebensräume, die die wachsende Sehnsucht nach Urbanität auch im Ruralen erfüllen? Oder empfehlen sich existierende Knotenpunkt entlang des Kanals als verfestigte urbane Zentren der Zukunft? Es gilt, räumliche Potentiale zu identifizieren, Zukunftsszenarien zu entwickeln und prototypisch Orte zwischen Wasser, Stadt und Landschaft zu entwerfen.

Mit den Arbeiten suchen wir auch Antworten auf den von der Arch+ ausgelobten Wettbewerb „Planetary Urbanism“, zu dem die besten Arbeiten eingereicht werden.

 

Betreuung
Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow
Mathias Madaus
Olaf Mumm

Zweitprüfer: Prof. Dr. Martin Prominski, Professur „Urbane Landschaftsentwicklung“ & Leitung des Fachgebietes „Entwerfen urbaner Landschaften“ an der Leibniz Universität Hannover

Einführungsveranstaltung
Do 02.04. 10 Uhr

Exkursion / Workshop
Mi 08. bis Do 09.04.