Data courtesy Marc Imhoff of NASA GSFC and Christopher Elvidge of NOAA NGDC. Image by Craig Mayhew and Robert Simmon, NASA GSFC

Earthlights (Bild: NASA)

A für Anthropozän…
Der Begriff des Anthropozäns beschreibt das vom Menschen geprägte Erdzeitalter. Der Niederländische Chemiker, Physiker und Nobelpreisträger Paul J. Crutzen hat den Begriff geprägt (Paul J. Crutzen; Eugene F. Stoermer, IGBP, 2000). Der Mensch habe einen so entscheidenden (und zerstörerischen) Einfluss auf das globale Ökosystem ausgeübt, dass die Langfristigkeit und Unumkehrbarkeit der Veränderungen nur noch in geologischen Dimensionen erfassbar sei.

Städte scheinen die sichtbarste Zeichen und dauerhafteste Hinterlassenschaft des Anthropozäns.
Zwar bedecken sie nur eine verschwindend geringen Anteil der Erdoberfläche, aber dafür einen
Großteil der agrarisch bewirtschaftbaren und fruchtbaren Erdoberfläche. Darüber hinaus sind vor
allem die Auswirkungen des anhaltenden Stadtwachstums in Form von Landschaftstransformationen sichtbar, wie etwa Rodungen, Staudämme, Bergbau oder Deponien. Insofern dominieren Städte jetzt die Landschaft und wachsen, besonders in Südamerika, Asien und Afrika, immer schneller.

Mit Einsetzen des Anthropozäns, das Crutzen und Stoermer zunächst im 18. Jahrhundert und dem beginnenden Bergbau verorten,schwindet die Natur im ursprünglichen Sinne; sie ist nun menschgemacht und kultiviert – eingeschlossen ungewollter Konsequenzen: ungeplantes Design oder laissez-faire? Aus der Geschichte wissen wir: menschliche Projekte haben nicht immer die beabsichtigten,erträumten Resultate; dafür ist der Klimawandel ein Beispiel. Aber anthropogene Landschaften könnten auch positiv besetzt sein: sie bieten aus Sicht des Menschen neue Entwürfe für das Leben und Wohnen.

Durch Spiel- und Dokumentarfilme werden wir Neuformationen und Zukunftsszenarien suchen,die auf dem manipulierten, erodierten, verstädterten Planeten möglich sind. Am Ende beschreiben Studierende das Anthropozän in einem Essay, in einer Zeichnung oder in einem Storyboard, die in einer Ausstellung gezeigt werden.

Programm
Mittwochs, 17 Uhr im ISU Seminarraum
29.10.14 Cloud Atlas (Tom Tykwer, Andrew Wachowski, Lana Wachowski 2012)
19.11.14 Watermark (Jennifer Baichwal 2013)
03.12.14 Children of Men (Alfonso Cuarón 2006)
10.12.14 Population Boom (Werner Boote 2014)
07.01.15 Things to Come (H. G. Wells 1936)
21.01.15 The Human Scale (Andreas Dalsgaard 2013)
28.01.15 Gravity (Alfonso Cuarón 2013)

Betreuung: Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow, Marie Bruun Yde